gutes idyll
ich sage, na ja, vielleicht bin ich rührselig, reinhold sagt, ich soll das nicht sagen, ich denke, er hat recht, ich bin ein vertrockneter, während er die großen gesten nicht scheut und überhaupt keine gesten und nicht das sentiment, und ihm geht es besser als es mir jemals gehen würde, bliebe es so wie es ist, worüber ich mit ch. spreche, der das genauso sieht, nämlich dass man sich solcherart für tot erklärt, immer zynisch, immer kritisch, immer dagegen und nie ehrlich im grunde, und schon wieder platzt ein angstbeutelchen auf, weil ich im eigenen kitsch zu ersaufen sehr fürchte, und gedanken an die folgen eines anerkennens des eigenen pathos schmerzen so. das ist wien. das sind die früheren jahre, aber auch die stadt, das ist der alkohol und das war thomas bernhard, grunge, punk, die lebenden toten von eltern und die postmoderne ignoranz gegen den zorn, die schicke depression als reaktion auf die kleinste herausforderung der geschwisterliebe zwischen psyche und körper, alles das sollte geordnet oder per luftkrieg verabschiedet werden, sonst wiederholt sich alles, das man schon so tief fürchtet, dass man nicht nur von den menschen fern bleibt, sondern möglichst täglich von sich selbst, dafür gibt es feine berauschungsmittel, denen man fürs erst eine woche entsagen wird oder feststellen, dass man nicht einmal das kann, das wäre dann eine tolle bestätigung, eine in der reihe. ch. mag nicht wie thomas bernhard sterben, das ist eine gute beschreibung.

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